Welche Techniken gibt es für die Haarentfernung?

Schon Indianer hatten das Schönheitsideal des glatten Körpers und ließen sich die Haare herausreißen, In anderen Kulturen wurde mit Zuckerwasser, Papyrusblättern und Zwirn experimentiert. Doch keine Bange: Heute bietet die Kosmetikindustrie eine Reihe verfeinerter Methoden. Ihr braucht nur auszuprobieren, mit welcher Ihr am besten klarkommt.


Welche Körperpartien werden enthaart?

Vorwiegend der Oberkörper. Rücken und Schultern sind relativ unempfindlich, so dass auch aggressivere Verfahren möglich sind. Die Haut der Brust ist sensibler. Hier entscheidet die Stärke der Behaarung und die persönliche Empfindlichkeit darüber, welche Methode günstig ist. Die Achseln sind vorsichtig zu behandeln, und wer die Beine glätten will, dem hilft Geduld. Die Haut der Unterschenkel ist dabei wesentlich robuster als die der Oberschenkel. Niemals irritierte oder entzündete Haut enthaaren!


Wann ist die beste Zeit?

Wenn man am Abend epiliert, kann die Haut sich über Nacht erholen. Was man wissen sollte: Unangetastetes Haar hat feine, helle Spitzen. Wird es gestutzt, ist das nachwachsende Stück zunächst kräftiger und dunkler.


Rasieren

Zweifellos die schnellste Methode. Aber egal, wie man rasiert, das Haar wird lediglich an der Hautoberfläche gekappt und ist spätestens nach zwei Tagen wieder da. Wenn Ihr es probieren wollt, hier die Technik, wie es gründlicher geht: Verwendet einen Langhaarschneider zur Vorbehandlung und rasiert dann nass nach. Bei leichter Behaarung reicht der Elektrorasierer aus. Die Haut sollte vorher gründlich vorgeweicht werden, die empfindlichen Stellen sollten in Wuchsrichtung rasiert werden, um Hautirritationen zu vermeiden, und die Haut sollte mit Aftershave oder einer Feuchtigkeitslotion nachbehandelt werden.


Epiliergerät

Sieht aus wie ein Rasierer, soll aber mit Hilfe von Metallspiralen oder einem Pinzettensystem das Haar mit der Wurzel ausreißen. Bis es nachwächst, können zwei bis drei Wochen vergehen. Konzipiert und empfohlen ist das Gerät aber lediglich für die weniger empfindlichen Unterschenkel der Frau. Trotzdem benutzen es manche Männer zur Brustepilation. Für die starke Behaarung ist es sicher ungeeignet, denn die Entfernung kann auch schmerzhaft sein! Bevor man sich ein Gerät zulegt, sollte man das der Freundin ausprobieren. "Stiftung Warentest", Heft 3/93, vergab nur an zwei Hersteller die Note gut (Braun Silk Epil, ca. 90 EURO, und Philips Satinelle, ca. 95 EURO).


Lange Haare sollte man zunächst rasieren und dann einige Tage abwarten, bis die Stoppeln wieder zwei bis drei Millimeter gewachsen sind. Nach einer warmen Dusche klappt die Epilation am besten. Hinterher braucht man eine hautberuhigende Feuchtigkeitslotion oder ein After Shave Balsam, denn die Haut wird reichlich strapaziert.


Epilationscreme

Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe anderer Methoden, die das Haar unter der Hautoberfläche erwischen und darum nachhaltiger wirken. Chemische Substanzen lösen das Haar im Haarkanal, so dass es erst nach etwa zwei Wochen wieder erscheint (zum Beispiel Veet Sensitive-Schaum, ca. 3 EURO, Veet Sensitive-Creme, ca. 4 EURO, Pilca Extra-Mild Creme, ca. 3 EURO, im Spender ca. 4 EURO, Depil-Strep Creme, ca. 3 EURO). Man kann damit jede Körperpartie behandeln. Das Mittel wird auf die feuchte Haut aufgetragen, wirkt fünf bis zehn Minuten ein. Anschließend spült man die Haare mit warmen Wasser weg. Danach sollte man sich mit einer Hautlotion eincremen, um den Säureschutzmantel wieder herzustellen. Man sollte vor der ersten Anwendung in der Ellenbeuge ausprobieren, ob man die Creme verträgt. 24 Stunden abwarten.


Wenn die Haut juckt, brennt oder sich rötet, wählt man ein anderes Mittel oder eine andere Methode.


Wachsmethoden

Sie sind etwas aufwendiger, wirken aber nachhaltig: Wird das Haar an der Wurzel erwischt, verschwindet es für etwa zwei bis vier Wochen. Mit jeder Behandlung kann die Behaarung weicher und weniger werden.


Wachs wird direkt auf die Haut oder mit präparierten Streifen aufgetragen. Vor der Anwendung muss die Haut trocken, gut gereinigt und völlig fettfrei sein (eventuell Babypuder verwenden). Die Haare kleben fest und werden ruckartig gegen die Wuchsrichtung abgezogen. Das ist nicht völlig schmerzfrei und erfordert ein wenig Geschick. Bei starkem Haarwuchs muss man den Vorgang wiederholen. Anschließend die Haut waschen und gründlich eincremen.


Kaltwachs

Einfacher und schneller anzuwenden (zum Beispiel Depil-Strep Roll-on, Depil-Strep Enthaarungsstreifen, beide ca. 8 EURO, Veet Kaltwachsstreifen, ca. 5 EURO).


Warmwachs

Weniger schmerzhaft und hautschonender. Das erwärmte Wachs muss gleichmäßig aufgetragen werden (beispielsweise Depil-Strep Warmwachs, Veet Warmwachs auf Zuckerbasis, beide ca. 8 EURO).


Halawa

Eine Rezeptur aus dem alten Ägypten: Zucker, Zitrone und Öl. Es kann heiß oder kalt wie das Wachs benutzt werden (zum Beispiel The Body Shop, 12 EURO).


Heißwachs

Wer es bequem und noch gründlicher haben möchte, sucht ein Kosmetikstudio auf. Hier wird mit heißem Wachs gearbeitet. Vor- und Nachbehandlung, eine hautberuhigende Pflegemaske sind inklusive. Kosten ca. 15 EURO (kann bei empfindlicher Haut problematisch sein), Oberkörper ca. 50 EURO, Unterschenkel ca. 25 EURO, ganze Beine ca. 50 EURO. Dauer, je nach Stärke der Behaarung: etwa 30 Minuten, eine Komplettbehandlung bis zu zwei Stunden.


PhotoDerm-Behandlung

Dabei verschließen Lichtblitze die haarwurzelversorgenden Blutgefässe. Pro Impuls wird ein etwa fünfmarkstückgroßes Areal durch die Hautoberfläche hindurch geblitzt. Dabei ist ein kleiner Stich oder ein Hitzegefühl spürbar. Dr. Christoph Haug, Dermatologe in Hamburg: "Das PhotoDerm-Gerät dient zur medizinischen Gefäßverödung zum Beispiel bei Couperose, Feuermalen und Besenreisern.


Als Abfallprodukt entdeckte man den Effekt zur großflächigen Entfernung dunkler Haare, der in USA seit etwa drei Jahren genutzt wird". Versprochen wird ein Erfolg nach ein- bis viermaliger Behandlung der gleichen Partie. Eine einjährige Basisstudie der Universität Maastricht steht kurz vor der Veröffentlichung. Als Nebenwirkungen der Behandlung können leichte Schwellungen und Rötungen über zwei bis drei Tage, in Einzelfällen auch Verkrustungen auftreten. Um diese zu verringern, wird mit Kühlaggregaten oder Gel nachbehandelt. Die Therapie erfolgt durch Ärzte. Kosten je nach der Größe der Fläche: 80 bis 800 EURO pro Behandlung.


Elektro-Epilation

Aufwendig, aber meist effektiv Eine haarfeine Sonde wird in die natürliche Porenöffnung eingeführt. Hochfrequenzstrom zerstört die Haarwurzel im Haarkanal (Elektrothermolyse). An empfindlichen Stellen spürt man dabei ein leichtes Ziepen. Anschließend kann die Haut etwas brennen oder leicht gerötet sein. Das soll sich innerhalb von ca. dreißig Minuten geben. Voraussetzung ist jedoch, dass die Behandlung von Fachleuten ausgeführt wird. Sonst kann es zu Vernarbungen in der Haut kommen.


Astrid Bartzen, Elektrologistin in Hamburg: "Die Nadelepilation gibt es bereits seit 100 Jahren und sie ist bisher die einzige Methode, die von der amerikanischen Food And Drug Administration als dauerhaft anerkannt wurde".


Man muss sich, bei großer Haardichte, auf einen Behandlungszeitraum von mindestens einem Jahr einlassen. Jedes Haar wird einzeln bearbeitet und nicht immer gelingt es, die Haarwurzel schon beim ersten Mal erfolgreich zu veröden. Eine Sitzung kostet, je nach Dauer ca. 15 bis 50 EURO und findet anfangs wöchentlich, später auch in größeren Abständen statt. Behandelt wird von Ärzten und Kosmetikerinnen. Wendet euch ausschließlich an Spezialisten!


Astrid Wronsky
nach: Men's Health


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